00:00:00: Mein heutiger Gast ist Christina Elmer, sie ist Professorin und zwar für digitalen Journalismus und für Datenschonalismus an der TU in Dortmund.
00:00:11: Und dort beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Frage wie Technologie den Journalismus verändert von Datenjournalismus über Faktenchecks bis hin zu KI natürlich.
00:00:23: Und vor ihrer Professur hat sie für unterschiedliche Medien gearbeitet unter anderem für den Spiegel lange Zeit und auch für den Stern-und die DPA.
00:00:32: Schön, dass du heute mein Gast bist, Christine!
00:00:36: Ja vielen Dank für die Einladung.
00:00:37: Pauline freue mich sehr.
00:00:38: Wir kennen uns schon seit vielen Jahren deswegen duzen wir uns.
00:00:40: meine erste Frage an dich ist welche Erfahrungen aus deiner Zeit in Redaktion?
00:00:45: Es ist ja schon ein bisschen her aber noch nicht ganz so lange würdest du sagen prägt ich vielleicht heute immer noch oder irgendwie so am stärksten wenn es darum geht KI im Journalismus zu bewerten?
00:00:56: Eine sehr schöne Frage, die mich zurückbringt in meine Zeit tatsächlich auch im aktuellen Journalismus.
00:01:02: Ich habe auch am Newsdesk bei der DPA gearbeitet – auch im Aktuellen bei Spiegel, bei Spiegelnonline damals noch und mich hat total geprägt diese Erfahrung morgens auf die Arbeit zu kommen und nicht zu wissen welche Themen erwarten mich heute?
00:01:16: Kann ich denen gerecht werden?
00:01:17: Natürlich kann man ihnen nie ganz gerecht werde!
00:01:19: Und man versucht es aber ja dann mit allem was einem so zur Verfügung steht.
00:01:23: Und ich glaube, dass das was ganz Wichtiges ist im aktuellen aber auch sonst im Journalismus zu verstehen wenn es um KI geht.
00:01:30: Dass wir da halt eine wahnsinnig große Geschwindigkeit haben und das System sich immer wieder auch währenddessen neu erfinden muss und dass es gar nicht so leicht ist in so einem System dann eine Innovation einzuführen oder zu sagen Wir machen jetzt alles neu oder hier ist jetzt ein neuer Workflow Das ist gar nichts so leicht.
00:01:47: Es weiß man aus der Forschung, dass gerade Systeme die in sich einen starke Umdrehungsgeschwindigkeit der aktuelle Journalismus, dass die ganz besonders angewiesen sind auf Strukturen, auf die man sich verlassen kann.
00:01:59: Und das kenne ich selber!
00:02:00: Ich kann da sehr gut relating emotional so – ich weiß wie das ist und deswegen finde ich die Erforschung dieses Thema auch so unglaublich spannend weil natürlich könnte man sich an vielen Stellen überlegen wo man noch welches Tool sinnvoll einsetzen kann.
00:02:14: Aber am Ende sind natürlich Menschen in diesem System, die alle echt herausgefordert sind jeden Tag einen tollen Job machen.
00:02:20: Indem sie versuchen der Lage gerecht zu werden und das muss man irgendwie zusammenbringen.
00:02:25: Und das hat mich wirklich geprägt ja!
00:02:27: Und jetzt in deiner Forschungsarbeit gibt es da so bestimmte Schwerpunkte, die du dir gesetzt hast wo du sagst entweder ist das was ich verstärkt drauf gucken möchte und wo ich quasi meine Impulse setzen kann auch in der Wissenschaft
00:02:41: In der Tat ist das auch sehr stark, dass Thema künstliche Intelligenz und wie Redaktionen damit umgehen.
00:02:47: Auch wie das Thema in Redaktion ankommt, wie es dort weitergeführt wird und wie es auch kommuniziert wird.
00:02:55: Wir haben zum Beispiel ein Projekt, wo wir uns damit beschäftigen, wie man eben auch Leserinnen und Lesern oder der Audience insgesamt kommunizieren kann welche KI Tools, bei welchen Arbeitsschritten eigentlich eingesetzt wurden und welche Art von Transparenz da sinnvoll ist um eben das Vertrauen auch nicht zu verspielen.
00:03:15: Weil wir eben auch so Effekte kennen, dass Menschen halt immer gerne wissen wollen was alles eingesetzt wurde zum Beispiel den Prozessen im Journalismus aber dass wenn man es dann alles transparent macht und offenlegt das dann auch das Vertrauen schwindeln kann weil man eben nicht genau weiß wie wurde denn mit dieser KI oder mit diesem KI-System gearbeitet.
00:03:37: Wie wurde die Qualität sichergestellt?
00:03:39: Und das ist eben etwas, was wir irgendwie allen noch lernen müssen wie man das transportieren kann und dafür nicht natürlich schön dass wir hier in der Forschung ja auch anwendungsbezogene Forschungsprojekte machen können und machen dürfen.
00:03:52: Und aus meiner Sicht auch sollten, weil ich glaube dass der Journalismus davon jetzt auch profitieren kann und das heißt da versuchen wir jetzt in einem Projekt gemeinsam mit vielen Partnern auch solche Kennzeichnungsmöglichkeiten zu entwickeln.
00:04:05: Jetzt bist du ja ganz tief drin und kennst immer viele Redaktionen aus der Innenschau.
00:04:10: sozusagen Wie wird denn KI eingesetzt?
00:04:14: Also wahrscheinlich ist das manikfaltig.
00:04:17: Könnte ich mir vorstellen, manche probieren das in ihrer Freizeit aus.
00:04:21: Manche haben das schon in ihre Prozesse involviert und manche haben sogar AI-Tiefoffice.
00:04:27: Also spezielle Personen die dafür zuständig sind da so den Hut auf zu haben wie es da so deren Erfahrungswert, den du vielleicht mit uns teilen kannst.
00:04:36: Und TV setzen Redaktionen KI ein.
00:04:40: Ich würde dir absolut zustimmen.
00:04:42: Das Feld ist sehr divers, also es gibt sehr professionelle Player die auch sehr früh schon Guidelines hatten zum Beispiel und einen Chief Officer in diesem Bereich wo das Thema so sehr strategisch vorangetrieben wird aber natürlich auch viele Redaktionen die sich das vielleicht gar nicht leisten konnten so früh schon so viel in das Thema zu stecken und da die einfach noch einen weiteren Weg vor sich haben.
00:05:04: ich glaube es ist überall angekommen.
00:05:06: Also jede Redaktion beschäftigt sich damit.
00:05:10: Es gibt vielfach auch Fortbildungsmöglichkeiten oder zumindest Gesprächsmöglichkeiten, auch KI-Führerscheine dann auch einige Redaktionen die eigene technologische Umgebungen haben wo man dann sicher ja ein Chatbot zum Beispiel nutzen kann egal welcher es ist aber wo man einfach dann auch zum Beispiel rechercherische Ergebnisse in diesem Chatbot verarbeiten lassen kann ohne dass man eben ein Datenschutzrisiko direkt eingebt.
00:05:38: Also das ist schon recht weit verbreitet, dass man sich mit bestimmten KI-Tools auch beschäftigt und zum Beispiel auch das Thema Transkription oder Übersetzung.
00:05:49: Das ist super früh angekommen weil alle Journalistinnen werden es wissen früher musste man Interviews immer ab Tippen händischen, es hat Stunden gedauert und war ganz furchtbar.
00:05:58: Und als da die Möglichkeit kam haben alle sofort gerne gemacht und da war man auch irgendwie damit ganz zufrieden wie das so... Wie gut diese waren?
00:06:08: Die waren ja von Anfang an nicht fehlerfrei aber dadurch dass es im Prozess eingebunden war und auch nicht sofort veröffentlicht wird war man total happy.
00:06:16: also ich jedenfalls weil das einfach so viel Arbeit gespart hat und ich glaube das ist ein schönes Beispiel dafür wo einfach so low hanging food direkt funktioniert hat.
00:06:24: und das, was aber eigentlich wichtig wäre nämlich auch so ein systematisches Einbinden von KI Technologien.
00:06:34: eben in die redaktionellen Workflows und der Aufbau von Kompetenzen, in die Richtung dass man das dann alles sehr bewusst und mit entsprechenden Qualitätssicherungsmechanismen macht.
00:06:44: Und das eigene Wissensmanagement auch nochmal ganz neu auf digitale Füße stellt und dafür Kain wirklich nutzt.
00:06:53: Da ist halt noch wahnsinnig viel möglich und dieses Potenzial wird glaube ich noch nirgendwo so richtig ausgeschöpft weil es aber auch einfach Zeit braucht.
00:07:01: also ich glaube diese kleinen... So damit hat jetzt wahrscheinlich jeder mal Erfahrung gesammelt.
00:07:06: Es kann ja auch jeder einen Chatbot benutzen, eben du hast gerade schon gesagt privat ausprobieren oder dann eben in der Redaktion.
00:07:13: aber das sehen wir auch in Befragungen zum Beispiel wenn wir Redaktionen befragen dass dann doch die KI-Nutzung in der Arbeitszeit gar nicht so häufig passiert wie man so denkt.
00:07:24: Gab's irgendwas, was dich vielleicht auch so in der Debatte um KI, manche sprechen ja auch von der KI-Revolution.
00:07:31: Vielleicht so überrascht hat oder wo du sagst, ähm, das hätt ich damit jetzt nicht gerechnet?
00:07:37: finde tatsächlich gerade noch sehr erschreckend, auch überraschend dass sich immer noch an vielen Stellen so über die KI unterhalten wird.
00:07:47: Also das Thema wird wahnsinnig wenig differenziert ganz häufig und das passiert sogar auf sehr gut besetzten Diskussionspanels oder in Redaktionen oder auch manchmal sogar in der Berichterstattung noch dass einfach dieser große Technologiebereich, der riesengroß ist.
00:08:02: Der sehr viele unterschiedliche Ausprägungen hat von KI-Systemen die eben zum Beispiel Texte transkribieren bis hin zu solchen, die da zum Beispiel auch einfach Datenanalyse unterstützen, bis hinzu Sprachmodellen, die ganz eigene Risiken mitbringen, dass das so über einen Cam geschält wird.
00:08:19: Das hat mich... Es ist echt immer wieder sehr fasziniert, dass man sich das leistet.
00:08:24: Ich glaube wir müssen einfach tief eines Thema rein.
00:08:26: Wir brauchen alle viel mehr Kompetenzen und da verändert sich gerade was ganz Grundlegendes in der technologischen Infrastruktur, in der wir uns im Digitalen bewegen auch, indem wir Informationen wahrnehmen aber auch indem wir arbeiten.
00:08:40: Also Software ist zunehmend durchzogen von KI KI-Klein, KI-Tools.
00:08:45: Das sind vielleicht auch manchmal nur kleine Features aber damit bewusst umgehen zu können ist glaube ich super wichtig gerade wenn wir uns im Bereich vertrauenswürdiger Informationen bewegen wie im Journalismus und das finde ich schon ganz schön frappierend ja wie da vereigemeinert wird in der Debatte.
00:09:03: Und das heißt was würdest du sagen?
00:09:05: Wie könnte man es besser machen?
00:09:06: also dass man dann auch wirklich speziell über Sprachmodelle spricht ne weil man zum Beispiel TPT meint
00:09:12: Genau, also gerade eben dann so ein bisschen vielleicht auch weg kommen von den einzelnen Marken.
00:09:18: Das würde da auch, darf ich hier mal digitale Souveränität helfen?
00:09:21: Wenn wir uns davon so ein bißchen lösen weil La Cha es auch ganz guckt, dann ist man schon mal wenigstens in Europa.
00:09:27: Also dass man eben von Sprachmodellen spricht, von generativen Bildmodellen oder auch kann doch immer sagen das KI-System das folgendes tut, dann hat man auch schonmal irgendwie benannt wofür es da ist und was eigentlich für eine Funktion damit einhergeht.
00:09:42: Und kann dann auch viel schneller ein Verständnis entwickeln, ah okay so muss ich das dann vielleicht auch einbauen, damit ich die Ergebnisse am Ende wieder weiter verwenden kann.
00:09:53: Trotzdem, ich bleibe ja als Journalistin immer in der Verantwortung für die Inhalte, die ich am Ende veröffentliche.
00:10:00: Also zusammen mit meinem Medium natürlich.
00:10:02: Aber es ist einfach wichtig, dass wir da auch für alle eine gewisse Sicherheit ermöglichen.
00:10:10: Dass der bewusste Umgang und die Diskussion in den Redaktionen so gut ist, dass jeder Einzelne da ein gutes Gefühl dabei haben kann.
00:10:18: Und das ist gerade noch sehr schwierig.
00:10:22: Da ist eine sehr große Unsicherheit.
00:10:25: Degen sprechen Redaktionen ja auch so gerne von The Human in the Loop, dass man auch da nochmal für Vertrauen wirbt quasi bei den Nutzenden.
00:10:34: Dass man nicht glauben sollte, dass die KI alles übernimmt und man das quasi alles wegautomatisiert sondern meistens also bei den Qualitätsmedien ist es sicherlich so würde ich sagen, dass da auf jeden Fall noch mal jemand drüber guckt der aus Fleisch und Blut.
00:10:52: Das ist ja nicht immer ein Vorteil.
00:10:56: Also ich finde auch Qualitätskontrolle ganz, ganz wichtig.
00:10:59: Und gleichzeitig müssen wir uns auch mal bewusst machen dass wir natürlich ja nicht nur rational denkende Besen sind sondern ja auch sehr stark Emotions getrieben.
00:11:11: Wir wissen das die Entscheidungsfähigkeit sehr stark auch vom Stand des Magens abhängt also wenn man sehr hungrig ist wir kennen das alle sollte man hier einkaufen gehen und dann vielleicht auch nicht Wenn man kurz vor dem Feierabend ist noch schnell das Ergebnis aus einer KI bekommen muss.
00:11:26: Und das ist auch was, es gibt so Effekte einfach dass wir wenn Entscheidungen automatisierte Entscheidungssysteme zum Beispiel mit denen arbeiten dann ist man geneigter einem KI oder technologischen System sozusagen diese Entscheidung abzukaufen weil das kommt immer so schön rational rüber.
00:11:45: und ganz häufig gibt's aber andere wichtige Aspekte vielleicht, die das System gar nicht kennt.
00:11:51: oder mein Bauchgefühl ist vielleicht doch ganz wichtig.
00:11:53: Also da müssen wir uns auch mal bewusst machen was sind wir eigentlich für eine Prüfinstanz?
00:11:57: in welchen Fällen können wir das gut?
00:11:59: In welchen fällen vielleicht auch nicht so gut.
00:12:01: aber ich finde es natürlich grundsätzlich total wichtig da einfach mit in diesen Loop rein zu gehen.
00:12:07: klar sonst kann man's auch gleich den Algorithmen überlassen und das ist natürlich keine gute Idee.
00:12:13: Das hat es vorhin gesagt dass du dich auch viel so mit diesem Thema vertrauen beschäftigst, dass man eben auch für Transparenz zum Beispiel sorgt, redaktionsseitig in dem Blick auf die Nutzerschaft.
00:12:26: Jetzt würde mich doch nochmal interessieren was würdest du denn Redaktionen empfehlen aus seiner wissenschaftlichen Perspektive?
00:12:34: Dass man das Vertrauen hochhält und dass man das nicht verspielt wie du es vorhin auch formuliert hast.
00:12:39: Dass man einerseits auch sehr gut dazu raten kann den journalistischen Prozess einfach erst mal transparent zu machen und deutlich zu machen, dass da eine sehr starke Qualitätsprüfung in der Redaktion schon sowieso stattfindet grundsätzlich.
00:12:54: Und das die eben auch wenn zum Beispiel KI Tools verwendet werden um Daten zu analysieren, um zum Beispiel Recherche Material auszuwerten oder so.
00:13:05: Das dann trotzdem diese Qualitätssicherungsmechanismen halt noch in Play sind, dass die halt weiterhin greifen.
00:13:13: Und dann haben sich die Menschen mit denen wir gesprochen haben und den Fokusgruppen mehrheitlich gewünscht das es schon eine Kennzeichnung gibt aber nur in den Fällen wo KI-Modelle tatsächlich aktiv oder auch im wesentlichen Ausmaß an der Gestaltung von Inhalten beteiligt sind, also dass man schon wenn man eine synthetische Stimme hört darauf hingewiesen wird.
00:13:37: Dass das aber verständlich ist, dass man eben sagt die Inhalte wurden vielleicht trotzdem händisch erstellt und der Artikel wird hier vorgelesen von einer KI-synthesisierten Stimme.
00:13:46: Das eben deutlich was es mit dem inhaltlichen Kern dieses Beitrags ist, der händisch recherchiert und erstellt.
00:13:54: Und das heißt da muss man immer aufpassen dass man nicht einfach überall KI generiert als Label draufklebt nur um auf Nummer sicher zu gehen weil natürlich unsere Prozesse Systeme zunehmend auch von KI Technologien durchzogen sind und das ergibt also schon deshalb nicht so viel Sinn da jetzt sozusagen eine Hundertprozent-Kennzeichnung machen sondern eben nur da wo die Inhalte durch das KI-System, sozusagen auch generiert wurden oder mitgeneriert worden.
00:14:26: und es eine große Rolle gespielt hat, dass man da eben so eine Kennzeichnung vornimmt.
00:14:32: Und das eben auch so verständlich macht, dass es vielleicht möglichst einheitlich ist.
00:14:36: Also hier haben sozusagen unsere Studienteilnehmer dazu aufgerufen oder sich alle Medien bitte zusammenschließen und einen gemeinsamen Label entwickeln, das dann auch überall gleich aussieht.
00:14:45: Das wurde immer mit dem Stoppschild verglichen Das ist ja auch international überall gleich und so möchte man das eigentlich haben bei einem KI-Label, dass das halt wirklich möglichst sogar international vergleichbar ist.
00:14:59: Also eine ganz schöne Aufgabe.
00:15:01: Hältst du das
00:15:02: für realistisch?
00:15:03: Dass es so ein Label gibt...
00:15:05: Ich glaube, es gibt schon so Ansatzpunkte in die Richtung.
00:15:09: Zum Beispiel gibt es das C-II-PA Label was von großen Unternehmen wie Adobe, wo auch zum Beispiel der WDR mit dabei ist und auch Medienunternehmen aber eben auch Technologieunternehmen das eben vorantreiben.
00:15:22: Und das wäre eine Kennzeichnung, die soweit ich weiß stärker auf Bilder und Bildmetadaten abzielt.
00:15:28: Aber da eben nachvollziehbar macht, wo kommt dieses Bild her?
00:15:31: Inwiefern wurde es verändert, bearbeitet schon so ein Ansatz in die Richtung, wenn der sich jetzt weiter ausbreitet und sich noch mehr Medienhäuser auch dieser Initiative anschließt hat man schon da eine gewisse Einheitlichkeit.
00:15:43: Und ich glaube das können wir auch im Allgemeinen schaffen.
00:15:46: Wir versuchen es zumindest mit unserem Projekt da alle so bisschen auch an einen Tisch zu bekommen oder zumindest die Großen um so ein bisschen den Sog zu erzeugen mit vielen unterschiedlichen Partnern eben auch dafür zu sorgen.
00:15:59: Das sind jetzt alles noch wirklich ungelegte Eier, muss ich dazu sagen weil wir jetzt gerade erst anfangen mit dem Projekt.
00:16:05: aber Ich würde mich total freuen wenn es gelänge da irgendwie was zu tun was den Menschen da draußen wirklich hilft ihr Vertrauen in den Journalismus wirklich nochmal anders zu begründen und zu stärken.
00:16:16: Es gibt ja auch so Aussagen zum Beispiel ihr Journalismus demokratisiert.
00:16:23: Weil zum Beispiel, vielleicht muss man das kurz erklären dadurch auch
00:16:28: kleinere Newsrooms
00:16:29: die Möglichkeit bekommen quasi guten... Output auf die Schiene zu bringen.
00:16:35: Also man muss da nicht so eine Riesenredaktion sein wie die vom
00:16:38: Spiegel,
00:16:39: sondern man kann auch ein bisschen kleiner sein um mit Hilfe von KI-Tools beispielsweise auch Artikel zum Beispiel in der andere Fremdsprache übersetzen was man sich sonst wahrscheinlich nicht leisten könnte wenn man keinen Übersetzer bezahlen könnte.
00:16:52: Würdest du sagen da ist etwas dran also dass KI wirklich auch helfen kann?
00:16:56: Journalismus ein Stück weit zu demokratisieren?
00:16:59: Das würde ich nicht nur auf den Journalismus bezogen sagen.
00:17:01: Also in vielen Bereichen gibt es so.
00:17:03: Wirkungen im Bereich KI, also gerade was Sprachen angeht.
00:17:07: auch eine Barrierefreiheit kann tatsächlich unterstützt werden mit Hilfe von KI Technologien und da ist schon viel dran.
00:17:14: ja wenn's zum Beispiel auch darum geht Inhalte zugänglicher zu machen für bestimmte Gruppen dann ist das tatsächlich eine Technologie die uns dabei helfen kann.
00:17:23: Ich glaube nur dass das nicht eben sozusagen ad hoc automatisch passiert, sondern dass da dann die Redaktionen ganz besonders gefordert sind eben trotzdem ihre Qualität nochmal abzusichern und zu schauen das dann entweder ein Human in the Loop ist oder eben irgendwie so einen Sicherheitsnetz sich noch mal um das ganze System baut.
00:17:48: Das kann auch über Expertise von außen zum Beispiel funktionieren, aber da einfach sicherzustellen dass man damit eben nicht das Vertrauen verspielt, weil natürlich sobald bestimmte KI-Systeme involviert sind können eben bestimmte Fehler passieren.
00:18:04: Also
00:18:04: z.B.,
00:18:05: wenn wir Sprachmodelle Inhalte erstellen lassen dann finden sich darin immer wieder also auch bei den ganz aktuellen Systemen aber trotzdem immer mal wieder fehlerhafte Verkürzungen.
00:18:19: oder eben die typischen Bias ist, dass die Verzerrungen in diesen Systemen sind.
00:18:23: Sie können sich ausbringen was zum Beispiel auch Diskriminierung zur Folge haben kann und das sind eben ganz wichtige Aspekte, die man beachten muss auch wenn es im ersten Moment positiv aussieht.
00:18:35: aber da glaube ich muss man sich jedes System einmal genau anschauen so was kann es für uns leisten?
00:18:41: an welchen Stellen müssen wir aber auch genau aufpassen?
00:18:44: Und wer kann uns dabei unterstützen also gerade für ganz kleine Teams
00:18:48: Also vielleicht auch nochmal ganz konkret wirklich nach.
00:18:51: blinden Flecken sucht.
00:18:52: Wir haben jetzt beiden Artikel zum Thema feministische KI-Interview, was wir geführt haben mit einer Autorin die dazu auch geforscht hat und das ist ja auch tatsächlich ein Problem, dass die Trainingsdaten einfach sehr stark aus den USA stammen und zistheteronormative Menschen abbilden und eben auch seriöre Typbüger reproduziert werden.
00:19:15: im Zweifelsfall wenn man eben nicht ganz aktiv nach diesen blinden flecken suchtt.
00:19:21: Man kann durchaus in eine Richtung prompten, in der dann tatsächlich auch Minderheiten Rolle spielen.
00:19:27: Aber ein KI-Sprachmodell wird das nicht von alleine tun.
00:19:31: Das wird erst mal.
00:19:32: es ist darauf trainiert immer auf den wahrscheinlichsten Fall zu gehen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit und das ist eben ganz häufig eben Ciceteronormativ wie du gesagt hast also einen Stereotyp ganz häufig oder so der Normalcase, aber eben nicht das was unsere Gesellschaft so lebenswert macht nämlich die Vielfalt von Menschen und Lebensentwürfen.
00:19:53: Und da muss man aktiv gegensteuern, wenn man das tatsächlich beachten will.
00:19:58: Und gerade im Journalismus ist es natürlich total wichtig.
00:20:01: Insofern würde ich das auf jeden Fall nochmal unterstreichen wollen was die Biases angeht und die Verzerrung.
00:20:09: Das bringen diese Systeme einfach mit auch quasi ihre Architektur aber natürlich auch noch mal mit den Trainingsdaten ist es häufig ein bisschen verschärft und da muss man sich ja auch noch einmal bewusst machen.
00:20:19: Es gibt ja ganz viel Wissen in KI-Modelle reinkommen konnte, weil es vielleicht gar nicht digital verfügbar ist oder noch nicht mal schriftlich verfügba.
00:20:28: Und das ist eben dann nochmal eine Verengung des Weltbildes an der Stelle.
00:20:34: und Das ist natürlich auch jetzt fast schon eine philosophische Frage, aber eine die für Redaktionen ja durchaus wichtig ist.
00:20:40: Nämlich wollen wir wirklich solche Systeme in unsere Inhaltegenerierung hineinlassen?
00:20:46: Wollen wir das sie noch Rolle spielen?
00:20:48: und wenn Sie noch Rolle spielen wie sorgen wir dann dafür dass wir trotzdem unseren breiten Fokus nicht verlieren auf die Gesellschaft?
00:20:56: Jetzt beschäftigst du dich ja auch sehr viel mit der aktuellen Forschung zum Thema KI weltweit gesehen.
00:21:04: Das heißt, mich würde natürlich sehr interessieren gab es irgendeine Untersuchungen wo du sagst hier habe ich jetzt zuletzt gelesen die hat mich richtig die fand ich richtig spannend da da gab es noch mal so Aspekte.
00:21:14: die hab ich so in der Form quasi noch nicht irgendwo anders gesehen.
00:21:19: Ich fand sehr, sehr spannend jetzt über eine Studie noch mal mehr zu hören und auch reinzuschauen zum Thema KID-Agenten tatsächlich.
00:21:28: Und was sie so leisten können und was eben auch nicht?
00:21:31: In welchen Feldern war es tatsächlich ja auch man sich abnehmen lassen kann von diesen Systemen weil das einfach ein großes Thema ist, was jetzt möglicherweise Ja, da nochmal die ganze Entwicklung stark beschlorlinigen könnte und natürlich die Arbeitswelt sehr stark verändern kann.
00:21:50: Also wenn ich mir vorstelle, ich hätte in meinem Arbeitsalltag nicht mehr nur mich selbst sondern mich selbst und zehn KI-Agenten, die ich beaufsichtige und die für mich meine Recherchen mit mir machen dann ist das natürlich plötzlich muss ich ganz anders arbeiten.
00:22:05: Ich muss irgendwie diese ganzen Systeme bei aufsichtigen Mit deren Ergebnissen sozusagen weiterarbeiten können.
00:22:14: Ich kann aber auch möglicherweise viel, viel mehr schaffen.
00:22:17: Ich mache aber bestimmte Arbeitsschritte vielleicht dann gar nicht mehr selbst.
00:22:20: Sie mir eigentlich ganz gut gefallen nämlich das Lesen von Quellen und so weiter.
00:22:24: also da muss man sich schon auch miteinander setzen.
00:22:27: was heißt das am Ende für das eigene Brustfeld zum Beispiel?
00:22:31: Und da ist natürlich jetzt die Frage wie weit kommen diese Agenten?
00:22:35: Wie schnell können sie wirklich eine Qualität erreichen dass man mit ihnen dann auch im persönlichen Arbeitskontext wirklich etwas anfangen kann und davon profitieren können.
00:22:48: Und deswegen finde ich es total spannend, davon mehr zu lesen.
00:22:51: gerade noch so ein bisschen wie bei den KI-gesteuerten Robotern am Anfang, dass man gemerkt hat da die kommen nicht mal zu dem Bordstein hoch.
00:23:00: Die fallen ständig um und können keine Tür aufmachen.
00:23:03: Das wird alles nichts.
00:23:05: Jetzt haben wir jetzt kürzlich diese Tanzenden und Kung Fu demonstrieren Roboter aus China gesehen und dann merkt man sich dann wirklich nochmal wieder etwas weiterentwickelt.
00:23:17: Also das ist sicherlich erst einmal ein Snapshot die aktuelle Entwicklung möglicherweise gar nicht so lange haltbar.
00:23:26: Das wird sich auch verbessern und weiterentwickeln, weil es eben auch im Feld KI bei den Sprachmodellen inzwischen Systeme gibt wie RACS-Systeme, also Retrieval Augmented Generationen, die ermöglichen, dass man so ein Sprachmodell das ja gerne mal halluciniert, quasi verheiratet mit einer Wissensdatenbank und es kann dann eben diese Informationen die es sozusagen ausgeben möchte nochmal gegenchecken.
00:23:51: Und damit kann man jetzt die Fehlerwahrscheinlichkeit doch sehr stark absenken.
00:23:55: also jetzt gar nicht... Es wird dadurch nicht fehlerfrei aber es ist immerhin so dass dann Fehler sehr viel seltener passieren.
00:24:02: schon auch ein wichtiger Sprung, glaube ich noch mal gewesen.
00:24:05: Auch für Redaktionen die sich jetzt trauen können mit diesen Systemen im Live-Betrieb zu arbeiten.
00:24:10: Dann werden wir langsam auf die Zigarade zukommen.
00:24:13: nochmal die Frage wenn du schon über Fehler sprichst was würdest du sagen sind denn die drei Topffehler in Umgang mit KI von Seiten der Redaktion?
00:24:24: Was machen sie immer noch falsch?
00:24:26: Wenn ich so Ja, einfach jetzt in Redaktionen hinein höre bei zum Beispiel den Umfragen die wir machen und so weiter.
00:24:34: Dann habe ich auch das Gefühl dass da sehr viel auch der jetzt über KI gesprochen wird.
00:24:41: aber was es noch nicht so richtig gibt das sind so Experimentieräume wo man einfach mal tatsächlich auch Erfahrungen sammeln kann und feststellen kann naja was bringt mir das denn eigentlich konkret in den Aufgaben die ich so mache?
00:24:55: Auch tatsächlich auf Ebene des Redakteurs, der Redakteurin.
00:24:59: Ich glaube das wäre auf jeden Fall sehr hilfreich da die Kompetenzen einfach zu stärken und auch viel Zeit reinzustecken.
00:25:06: Die weiß es dann immer teuer und natürlich muss man dafür kämpfen intern.
00:25:12: aber das ist glaube ich wichtig.
00:25:13: auch wenn wir fragen was fehlt euch im Umgang mit KI?
00:25:17: dann sagen immer viele, ich möchte unbedingt noch viel mehr Weiterbildung haben und ich glaube es sehen wir auch hier in der Universität.
00:25:24: Man lernt am besten wenn man ein eigenes Projekt hat und wenn man einfach da im Doing einfach ganz bestimmte Dinge versucht rauszufinden aber auch selber natürlich vorher eine eigene Zielvorstellung definiert hat.
00:25:38: so was ist ein gutes Ergebnis.
00:25:40: und dann versuche ich da mal hinzukommen mit dem System unter sich.
00:25:42: das also ich glaube dass eine ganz wichtige Stelle.
00:25:48: Und dann tatsächlich auch ... konkreter mit der Redaktion über ganz spezifische Tools zu sprechen und wie man die einsetzen kann.
00:25:56: Und wie vielleicht auch nicht, also der Wunschkram auch häufiger das eben nicht nur im Allgemeinen über KI gesprochen wird.
00:26:03: jetzt sind wir fast wieder beim Anfang wo ich schon mal gesagt habe ne?
00:26:06: Man sagt immer die KI!
00:26:07: Das ist viel zu global und das spüren offensichtlich viele Menschen in den Redaktionen auf individueller Ebene dass sie gerne wirklich spezifik Riegelungen oder vielleicht auch einfach Empfehlungen haben möchten, wie man jetzt mit welchem System gut arbeiten kann.
00:26:26: Und da gibt es vielleicht auch noch eine Lücke.
00:26:30: und das Dritte was mir einfällt ist das Thema Wissensmanagement.
00:26:33: Das finde ich persönlich total wichtig weil es aus meiner Sicht einer der größten Hebel ist, der noch so in Redaktionen mit steckt im Zusammenhang eben mit der Frage was wir eigentlich aus dem Journalismus noch alles Machen können mit Hilfe der neuen technologischen Möglichkeiten.
00:26:50: Und ja, ich glaube viele Redaktionen sitzen einfach auf ihren Archiven.
00:26:54: Auf dem was sie schon veröffentlicht haben und das ist ganz häufig nicht gut digitalisiert und nicht gut zugänglich.
00:27:01: aber wenn man das schaffen könnte auch die Recherche selbst dieses Wissen was jeden Tag erarbeitet wird dass in einem System so zu erfassen dass man es vielleicht auch mithilfe von KI-Systemen nutzbar machen kann entweder für weitere Recherchen oder auch für Leserinnen und Leser Hintergründe brauchen oder so etwas, dann könnte man glaube ich noch ganz viel mehr einfach sichtbar machen was er arbeitet wurde und weniger hätte sich quasi versendet.
00:27:30: Und das ist glaube ich etwas was diese Technologien sehr gut unterstützen können.
00:27:35: Ja es gibt ja einen Pilotprojekt, ich weiß nicht ob du davon schon mal gehört hast von Südkorea wo ich da gerade ein bisschen stärker involviert bin, das heißt Marianne So wie eine Archivarin, die schon seit vielen Jahren quasi im Archiv tätig ist und Marianne sorgt dafür quasi das Archiv der letzten zehn Jahre zumindest.
00:27:53: Es wurde digitalisiert.
00:27:55: zugänglich ist also dass man quasi über eine App in dieses Archiv reingucken kann was er irgendwie vielleicht mal so ein erster Schritt sein könnte um diese Verfügung zu stellen.
00:28:07: Ich glaube, das ist super wichtig.
00:28:08: Erst mal überhaupt zu digitalisieren um dann eben überhaupt Services darauf aufsetzen zu können die dann mit dem Material weiter arbeiten können.
00:28:17: Christina Elmer Professorin
00:28:19: für
00:28:20: Digitalen Journalismus und Datenjournalismus an der TU Dortmund vielen Dank für deine Zeit und die vielen interessanten Einblicke.
00:28:27: Danke dir fürs Gespräch!
00:28:28: Vielen Dank.